• v. 600 Kleine Siedlung

    Obwohl die erste urkundliche Erwähnung Wangs erst 1334 erfolgte, ist wahrscheinlich dort schon lange vorher eine kleine Siedlung an der Erlaf vorhanden gewesen. An der kleinen Erlaf verlief eine Römerstraße nach Süden. Ein Beweis für die Anwesenheit der Römer in dieser Gegend liefern der Opferstein zu Ehren des keltisch-römischen Gottes Marmogius in Perwarth (der darauf hinweist, dass schon die Kelten hier gesiedelt haben), und der Stein an der Tür der Kirche von Pyhrafeld, der von einem römischen Grabdenkmal stammt.
  • 600 Völkerwanderung

    Nach den Römern gehörte das Gebiet den Ostgoten, von denen der Name Wang (blühende Wiese, Paradies) stammen könnte.Nach der Völkerwanderung kamen im 6./7. Jahrhundert im Gefolge der Awaren Slawen aus dem Osten in unser Gebiet, zogen die Flüsse aufwärts und siedelten in der Nähe der Gewässer. Wahrscheinlich errichteten sie am Ort des heutigen Wang eine kleine Siedlung. Sie benannten die Ewixen, den Reidlingberg (979: der bei den Slawen Ruznic heißt) und viele andere Berge und Bäche in der Gegend.
  • 700 Bayrisch besiedelt

    Nachdem Karl der Große um 700 die Awaren besiegt hatte, wurde das Land bis zu den ersten Voralpenbergen bayrisch besiedelt. Das ganze Gebiet von Steinakirchen südwärts wurde Eigentum des Hochstiftes Regensburg (zur Bekehrung der Slawen), das wahrscheinlich bayrische Siedler von Steinakirchen aus die kleine Erlaf weiter aufwärts siedelten. Sie könnten den Namen Wang von ihrem Heimatort aus Bayern mitgenommen haben.
  • 1000 Besiedlung der Ewixen

    Um das Jahr 1000, nach der Ungarnzeit, wurde begonnen, das Land südlich der ersten Berge zu besiedeln. Bis 1100 wurde das Gebiet an der Ewixen bis Reinsperg besiedelt. Schon von da an gab es wahrscheinlich die Herrschaft Reinsperg-Wang. Erstmals wurde 1334 diese Verbindung urkundlich erwähnt, obwohl Reinsberg schon um 1200 aufscheint. Aber nachdem diese Einheit bis zur Aufhebung der Grundherrschaften 1848 bestand, kann wohl angenommen werden, dass sie von der Besiedlung im 11. JH an existierte.
  • 1334 Erste urkundliche Erwähnung

    Das erste Besitzergeschlecht von Reinsperg/Wang, das urkundlich faßbar ist, waren die Reinsperger, Engelschalk und vor allem seine Witwe Adelheid von Reinsperg, eine aus der Familie der Lengbacher. Adelheid herrschte von 1270 bis 1315 das Gebiet vom Ötscher bis Ernegg. Es dürfte aber damals noch keine Burg in Wang bestanden haben. Nach dem Neffen Adelheids, dem Lengbacher Truchse Christian, kamen die meisten Besitzungen Adelheids um 1330 durch Heirat an die Wallseer, einem der mächtigsten Adelsgeschlechter des damaligen Österreich. Unter Reinprecht von Wallsee wird 1334 erstmals die Verbindung Reinsperg/Wang erwähnt. Wahrscheinlich hatte der reiche und mächtige Wallseer sich im leichter erreichbaren Wang eine kleine Wohnburg erbaut. Über seine Enkelin kam Reinsperg/Wang durch Heirat 1375 an die Zelkinger, die diese Herrschaft über 100 Jahre besaßen. Nach einem kurzen Zwischenspiel der Zinsendorfer kam Reinsperg/Wang 1527 an die Öder.Der erste dieser Öder, Wolf, erkannte die günstige Lage Wangs und erwirkte 1538 beim Landesherrn die Markterhebung dieses Ortes. Sein Sohn Heinrich baute statt der kleinen Burg das Renaisance-Schloss in Wang und machte es zu seinem Hauptsitz. Von da mußte er aber im Bauernkrieg 1596/97 nach Reinsperg fliehen. Wang wurde von den Bauern besetzt, dem Richter zwangen sie einen Treueid ab und die Wanger Bürger mußten mit ihnen ziehen.
  • 1530 Protestantismus

    Unter andern wurde schon um 1530 der Protestantismus in Wang gefördert.Über 100 Jahre blieb Wang mehrheitlich der lutherischen Religion ergeben, gestützt durch die protestantischen Grundherren. Erst die strengen Maßnahmen der Kaiser Ferdinand II. und III. im und nach dem 30jährigen Krieg brachten die Bevölkerung zum Katholizismus zurück. Viele Wanger aber beharrten bei ihrer Überzeugung und nahmen den Verlust der Heimat auf sich und exilierten zwischen 1650 und 1660 nach Franken.
  • 1602 Familie Grünthal

    Die Herrschaft Reinsperg/Wang wurde 1602 durch Heirat Eigentum der Familie Grünthal und kam 1662 wiederum durch Heirat an Hans Albrecht von Dietrichstein. Während seiner Herrschaft brach über die ganze Gegend ein furchtbares Unglück herein: Streifscharen der Türken, die 1683 Wien belagerten, durchzogen auch das Erlaftal und verwüsteten das Land und die Orte, raubten und plünderten die Häuser aus, vergewaltigten Frauen und Mädchen, erschlugen Männer und entführten viele junge Mädchen und Frauen. Hans Albrecht von Dietrichstein vererbte Reinsperg/Wang an seine Tochter Margarete Constantia, die 1687 Wolf Engelbert des Hl. Römischen Reiches Reichsgraf und Herr von Auersperg, Freiherr auf Purgstall, Herr der Herrschaften Altschloss allda, Reinsperg und Wang, der röm. Kaiserlichen Mayestät Erbmarschall und Erbkümmerer in Crain und der Windischen Mark etc. heiratete.
    Immer wenn ein neuer Herr Wang in Besitz nahm, kam der Rat des Marktes, gelobte Gehorsam und bekam die alten Freiheiten der Bürger Wangs wiederum bestätigt.
  • 1800 Französische Besetzungen

    Die Auersperge besaßen Wang/Reinsperg 150 Jahre. Der vorletzte Auerspergische Besitzer, Josef Johann, musste drei französische Besetzungen seines Schlosses erdulden: 1800, 1805 und 1809 mit jeweils großen Drangsalen und hohen Geld- und Proviantabgaben an die Franzosen. 1834 ging die Herrschaft Wang/Reinsperg an Maximilian von Auersperg, der sie noch im gleichen Jahr mit einigen anderen Herrschaften an den k.k. Matrimonialfond verkaufte. Damit ging die Verwaltung Wangs bis 1850 an die habsburgische Zentralherrschaft Wolfpassing über.
  • 1850 Eigene Gemeinde "Markt Wang"

    Nach der Auflösung der Grundherrschaften wurde auch der Markt Wang 1850 eine eigene Gemeinde.
  • 1918 Übergabe des habsburgerischen Besitzes

    Nach dem ersten Weltkrieg ging 1918 der habsburgische Besitz im Erlaftal an die Republik Österreich über, unter anderem auch das Schloss in Wang. Dieses wurde 1927 vom Markt Wang gekauft und das Gemeinde- und Postamt, neben einigen Wohnungen darin untergebracht.
  • 1970 Zusammenschließung der Gemeinden

    1970 wurde der Beschluss gefasst, die Marktgemeinde Wang und die Gemeinden Reidlingberg und Pyhrafeld zusammenzuschließen. Dieser Beschluss trat mit 01. Jänner 1971 in Kraft. 1973 wurde von der Gemeinde der ehemalige Meierhof des Schlosses zugekauft und zuerst ein Kindergarten darin untergebracht. In den 90iger Jahren wurde der Meierhof zu einem schönen Veranstaltungssaal umgebaut. 1975 wurde durch Umgestaltung eines ehemaligen zum Schloss gehörigen kleinen Gebäudes eine Filialkirche errichtet, die wiederum den schönen alten Barockaltar der ehemaligen Schlosskapelle erhält.